15 November, 2018

Hausgeschichte

Seit 1711 befindet sich das Gut der Familie Lill im Rosengässchen.

Ursprünglich ein typisches barockes Familiengut zur Selbstversorgung mit zwei bis drei eigenen Weinbergen, Obstwiesen, gemischter Landwirtschaft und Vieh,

spezialisierte sich das Gut allmählich auf den Weinbau.

 

Zu Beginn der Kaiserzeit in den 1870ern war der Namensgeber unseres Guts, Jakob Lill IV.,

benannt nach dem Patron der nahe gelegenen Pfarrkirche, Verwalter auf dem Domänengut in Geisenheim.

 

Die Jakob Lills waren in dieser Zeit so häufig,

dass die Verwaltung in den 1880er Jahren die verschiedenen Familien nummerierte,

um sie zu unterscheiden und auseinander zu halten.

 

Sein Sohn  begann um 1929 mit der Straußwirtschaft, um seine siebenköpfige Familie zu ernähren,

als der Absatz von Fass- und Flaschenweinen wegen der Weltwirtschaftskrise sank.

Neu-Anfang

Aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt, begann Udos Vater den Neuanfang und Wiederaufbau.

Als Gut im Katharinentag 1944 vollständig zerstört, blieben der Gewölbekeller, Teile der Kelterhalle und einige Grundmauern erhalten.

Sie stammen aus der Zeit um das Jahr 1850.

Das Kelterhaus enthält seit 1910 bis heute die hydraulische Druckpresse, eine Geisenheimer Erfindung aus dem Jahr 1903.

 

Wirtschaftwunder

In den Wirtschaftwunder-Jahren fanden der Rheingauer Fass- und Flaschenwein reißenden Absatz.

An Weihnachten war häufig die Füllung des vergangenen Jahres ausverkauft. 

 

Gutsausschank

Nach seiner Ausbildung zum Weinbau-Ingenieur in Geisenheim trat Sohn Udo 1974 in den elterlichen Betrieb ein.

Gemeinsam vergrößerten die Generationen die bewirtschaftete Rebfläche von einem auf vier Hektar,

und begannen in den 1970er Jahren erneut erst mit dem Betrieb einer Straußwirtschaft, dann eines Gutsauschanks.